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Alpengarten Villacher Alpe
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Der Alpengarten Villacher Alpe befindet sich auf dem mächtigen Gebirgsstock der Villacher Alpe (auch Dobratsch genannt, 2166 m), dem östlichsten Ausläufer der Gailtaler Alpen.
Der Alpengarten ist in 1500 m Seehöhe situiert und ist über die Villacher Alpenstrasse (Maut) vom Parkplatz 6 in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar. Der Alpengarten erstreckt sich über eine Länge von 350 m auf einer Fläche von ca. 1 Hektar und ist unmittelbar am oberen Rand des 1000 m tiefen Abbruch (Rote Wand)ins Gailtal gelegen.
Anlässlich der Spatenstichfeier für den Bau der Villacher Alpenstrasse am 3.Juni 1961 wurde die Idee zu Errichtung eines Alpengartens auf der Villacher Alpe durch Bürgermeister Gottfried Timmerer geboren. Karl Kucher, Villacher Kaufmann und Mitglied des Alpenvereines, setzte diese Idee in die Tat um . Er fand im Alpenverein Villach viele Gleichgesinnte.
Nachdem auf der Villacher Alpe in 1500 m Seehöhe ein geeignetes Grundstück gefunden wurde, konnte im Jahre 1966 der Verein Alpengarten Villacher Alpe gegründet werden.
Mit zahlreichen freiwilligen Mitarbeitern und mit Unterstützung durch die Stadt Villach und der Alpenstraße konnte der Garten am 1. Juli 1973 eröffnet werden und wird bis heute ehrenamtlich erhalten und geführt. Ziel des Vereines Alpengarten Villach Alpe ist, einen Naturgarten zu schaffen, der den Besuchern des Villacher Hausberges neben der schönen Aussicht in die Karawanken, Julischen und Karnischen Alpen die Schönheit der südalpinen Blumenwelt vor Augen führen soll.
Der Verein wird durch die Eintrittsgelder, Spenden und den Beiträgen von mehr als 800 Mitgliedern erhalten. Als Logo dient dem Verein das Petergstamm (Primula auricula), eine Blume, die durch das kräftige Gelb der Blüte und das intensive Grün der Blätter im Frühling besonders auffällt.
Die Villacher Alpe (auch Dobratsch genannt) gehört zu den südlichen Kalkalpen und wird aus verschiedenen Sedimenten des Mesozoikums, wie Triaskalke, aufgebaut.
Der Wettersteinkalk mit seiner hellgrauen Färbung bildet die oberste Decke bis in 2166 m. Nach Süden in das Gailtal, bricht der Berg mehr als 1000 m in die sogenannte ‚Schütt' ab, welche heute ein Naturschutzgebiet mit einer besonderen Fauna und Flora darstellt.
Große Teile dieser steilen und instabilen Wand stürzten im Jahre 1348 als Folge eines Erdbebens in das Tal ab. Dadurch wurde der Gailfluss zurückgestaut, große Teile des Talbereiches überflutet, welche in der Folge durch Geschiebe der Gail wieder verlandeten. Die ‚Seewiese' als Flurbezeichnung, erinnert noch an diese Katastrophe.
Auf Grund der Verkarstung der obersten Kalkdecke unseres Hausberges treten in höheren Lagen keine Quellen auf. Im Alpengarten wird daher das Nutzwasser über die Dachflächen der Hütten gesammelt und in eine Zisterne geleitet.
Das Trinkwasser wird täglich vom Tal zu Hütte transportiert. Die Fäkalien müssen in wasserdichten Behältern gesammelt und in die Kläranlage nach Villach abgeführt werden. Ursache dieser aufwendigen Entsorgung ist der karstige Aufbau des Dobratsch sowie die Tatsache, das 80 % des Trinkwassers der Stadt Villach aus unserem Berg stammen.
Der Schutz des Trinkwassers war auch der Grund, warum die Schilifte am Berg abgebaut wurden. Die touristische Nutzung der Villacher Alpe soll in Zukunft sehr schonend und sanft erfolgen. Heute genießen im Sommer die Wanderer und im Winter die Schitourengeher den Hausberg Villachs, der nun als Naturpark und Wasserschutzgebiet für die Menschen von außerordentlicher Bedeutung ist.
Kärnten liegt im Schnittpunkt mehrer Florengebiete: Neben arktisch alpinen und mitteleuropäischen Formen, finden sich auch zahlreiche illyrische, submediterrane und subpannonische Elemente.
Auf Grund der Lage des Alpengartens in 1500 m Seehöhe treten in dieser Vegetationsstufe sowohl montane als auch alpine Florenelmente, vornehmlich der Kalkflora der Alpen auf. Es ist aber auch die Silikatflora mit zahlreichen Arten vertreten, wobei einige eiszeitliche Relikte (Silikatblöcke) am sogenannten Zirbenbühel und künstlich herbeigeschafftes silikatisches Material über dem Kalkuntergrund als Substrat dies ermöglichen.
Dank seiner Lage ist der Alpengarten ein Naturgarten und etwa ein Drittel der mehr als 900 Arten waren am Standort schon vorhanden. Die weiteren Arten wurden aus dem Gebiet unserer südalpinen Berge in den Garten verpflanzt und werden heute großteils in Eigenregie nachgezogen.
Alle Pflanzen wurden entsprechend ihrer ökologischen Zugehörigkeit in 25 Pflanzenquartiere auf einer Fläche von mehr als 10.000 Quadratmeter untergebracht. Die Beschreibung des Gartens im Detail ist dem Alpengartenführer von Prof. H. Hecke und Dr. R . Erlach - den ehemaligen botanischen Leitern - zu entnehmen. (Geringfügige Abweichungen der Artenzusammensetzung seit Drucklegung treten - klima- und standortbedingt auf. Die Ergänzung der Pflanzen erfolgt zum Großteil aus der eigenen Anzucht).
Eine Besonderheit des Alpengartens ist ein kleiner Zirbenbestand, der sich auf einem kleinen Hügel befindet, wo der Draugletscher aus dem Tauerngebiet einige Silikatblöcke hinterlassen hat. Hier pflanzte ein Förster vor ca 90 Jahren diese Zirben, weil er glaubte, dass unter diesen Findlingen auch silikatisches Moränenmaterial sei. Obwohl er sich irrte, sind die Zirben recht gut gewachsen.
Mehrere Hochstaudenfluren und ein Ausschnitt aus einem kräuterreichen Buchenwald ergänzen die Vielfalt des Alpengartens. Um einige subalpine Wasserpflanzen zeigen zu können, wurden künstlich ein kleiner Teich sowie ein alpines Moor angelegt.
In einem Schaukasten werden insektenfangende Pflanzen vorgestellt.
Um die gesamte Palette der Alpenblumen im Villacher Alpengarten sehen zu können, müsste der interessierte Besucher in Juni die Frühblüher, Ende Juni bis Juli die Hauptblüte und im August die Hochstaudenblüte mit vielen Spätblühern besichtigen.
Zum Erkennen der Blumen sind im Garten ca. 3000 Schilder bei den Pflanzen aufgestellt. Neben dem deutschen Namen und der Pflanzenfamilie ist auch die wissenschaftliche Bezeichnung in lateinischer Sprache angeführt.
Öffnungszeiten:
Von 29.Mai bis 29. August 2010
Täglich von 9.00 bis 18.00 Uhr
Telefon:
Büro / Postanschrift:
Vorstand des Vereines: